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Pausen: Ja, bitte. Ähms: Nein, danke
In Sprechpausen gilt noch das Sprichwort, das in anderen beruflichen Zusammenhängen längst in die Mottenkiste gehört: »Reden ist Silber, Schweigen ist Gold«. Wer sich fragt, wie eine Sprechpause anders gefüllt sein kann als mit Schweigen, höre sich bitte Reden nur unter diesem Gesichtspunkt an. Denn in der Praxis werden Pausen häufig mit Ähms oder anderen Verlegenheitsäußerungen überbrückt. Das liegt zum einen daran, dass wir schweigende Momente in Kommunikationssituationen kaum aushalten. Zum anderen empfinden viele Sprecher die Pause als Unterbrechung ihres Redeflusses. Dabei ist es genau umgekehrt: Pausen kanalisieren die Äußerungen. »Ähms« hemmen den Redefluss.
Ein kleiner Trick hilft, die Ähms und Ähs deutlich zu reduzieren: Denken Sie am Ende eines Satzes an die Formel »Punkt. Pause.« Wollen Sie innerhalb eines Satzes eine Pause einlegen, murmeln Sie im Stillen »Pause. Pause.« Üben Sie die Formel, indem Sie Texte laut vorlesen und nach jeder Sinneinheit die Pause gedanklich füllen mit »Punkt. Pause.«.
Mit einem Ähm wird auch gern der Übergang zum nächsten Gliederungspunkt markiert. Halten Sie stattdessen kurz inne. Nutzen Sie die Zeitspanne, indem Sie tief durchatmen und sich auf den neuen Punkt konzentrieren.
Was heißt »authentisch« sein?
Wie wollen Sie wirken?
Die in diesem Zusammenhang häufig gehörte Antwort, authentisch wirken zu wollen, ist richtig - allerdings nur solange Sie die daraus resultierenden Konsequenzen für das Wirkungsbewusstsein mit bedenken. Denn auch wenn Sie müde oder schlecht vorbereitet sind, sollten Sie nicht müde oder schlecht vorbereitet wirken. Und wenn ein Zuhörer zum wiederholten Male dazwischenfunkt, mag es sehr authentisch sein, Ärger zu zeigen und ihm zuzurufen: »Haben Sie zu Hause niemanden zum Reden?«
Authentisch sein bedeutet, echt, glaubwürdig und zuverlässig zu sein. In den Begriffen »echt« und »glaubwürdig« liegt die Tücke dieses Begriffs. Denn wer entscheidet, ob jemand »echt« oder »glaubwürdig« ist? Denken Sie an Josef Ackermann und seine Victory-Geste während des Mannesmann-Gerichtsprozesses. Sein Verhalten war aus seiner Perspektive authentisch - aus der Perspektive der Betrachter war es arrogant und selbstgefällig. Der Auftritt hatte für ihn eine verheerende Wirkung. Wahrscheinlich ist er sich dieser Wirkung erst bewusst geworden, als das Foto mit der Victory-Geste um die Welt ging.
Die Art der Selbstdarstellung kann die Akzeptanz und den Aufstieg beschleunigen. Sie kann aber auch für Ablehnung und negative Beurteilungen sorgen. Wer sich seiner Wirkung nicht bewusst ist, läuft Gefahr, unfreiwillig in den einen oder anderen Fettnapf zu treten.
Authentisch wirken zu wollen ist im Moment außerordentlich populär. Jeder möchte das. Es hört sich gut an. Und alle, denen man es sagt, nicken wissend. Doch was heißt das konkret für Ihr Auftreten? Meine Empfehlung: Streichen Sie dieses viel zu schwammige Wort aus Ihrer Selbstanalyse. Der Begriff »authentisch« verleitet dazu, die eigene Wirkungsweise völlig unspezifisch und floskelhaft zu beschreiben. Der Wunsch, authentisch sein zu wollen, zementiert eher den Status Quo, als dass Veränderungen bewusst in die Wege geleitet werden. Wenn Sie an Ihrer Wirkungsweise arbeiten wollen, brauchen Sie konkrete Vorstellungen. Reflektieren Sie Ihr eigenes Verhalten und entscheiden Sie, woran Sie in Ihren Präsentationen gezielt arbeiten wollen.
Profitipps für Ihre Arbeit mit Flipcharts
Vielleicht haben Sie schon mal im Fernsehen gesehen, dass Entertainer wie Harald Schmidt oder Stefan Raab ihre Texte von großen, handgeschriebenen Papptafeln ablesen. Nun haben Sie in einer Präsentation keine Mitarbeiter, die Ihnen Texttafeln hochhalten. Doch Sie können das Flipchart nutzen, um den Ablauf Ihrer Präsentation stets vor Augen zu haben. Stellen Sie das Flipchart dazu ganz hinten in den Raum. Vor allem wenn Sie Angst haben, den Faden zu verlieren, ist dieser Trick hilfreich. Ein Blick in die Tiefe des Raums reicht, um sich zu orientieren und zu wissen, wie es weitergeht.
Bei kleineren Präsentationen, die einer Arbeitsitzung gleichen, legen Sie ein Flipchart und ausreichend Stifte in die Mitte des Konferenztisches. Bitten Sie die Teilnehmer, ihre Ideen und Gedanken zu dem Thema stichpunktartig auf das Blatt zu schreiben. So bekommen Sie eine Fülle an Gesichtspunkten, auf Sie gemeinsam mit Ihrem Publikum diskutieren oder die Sie professionell mit in Ihre Präsentation einflechten können.
Deutlich sprechen
Nuscheln Sie? Verschlucken Sie Endsilben? Dann trainieren Sie eine langsame und deutliche Aussprache mit Hilfe von Zungenbrechern. Die Gefahr, über die ähnlich klingenden Wörter zu stolpern, zwingt Sie, die Wörter betont langsam auszusprechen. Lesen Sie die Beispiele übertrieben langsam und deutlich vor:
Es klapperten die Klapperschlangen, bis ihr Klappern schlapper klangen.
Der Cottbusser Postkutscher putzt den Cottbusser Postkutschkasten.
Max, wenn du Wachsmasken magst dann mach Wachsmasken!
Der Flugplatzspatz nahm auf dem Flugplatz platz. Auf dem Flugplatz nahm der Flugplatzspatz platz.
Der Kaplan klebt Papp-Plakate.
Rauchlachs mit Lauchreis.
Zehn Ziegen zogen zehn Zentner Zucker zum Zoo.
Bilder einsetzen
Jedes Publikum setzt sich sowohl aus rational gesteuerten als auch aus emotional orientierten Lerntypen zusammen. Das ist bei einem Fachvortrag nicht anders als bei einer firmeninternen Präsentation über die aktuelle Situation der Mitbewerber. Kombinieren Sie in Ihrer Präsentation sachlich ausgerichtete Grafiken geschickt mit eher gefühlsbetonten visuellen Elementen. Droht die Präsentation zu sachlich zu werden, kann ein Foto Abhilfe schaffen. Ist der Grenzwert an Emotionalität überschritten, reguliert eine Grafik oder Statistik den Pegel.
Fotos bringen Assoziationsketten ins Rollen, setzen Wünsche frei und verstärken positive wie negative Gefühle. Mit Fotos unterstützen Sie Botschaften und lenken sie unterschwellig. Möchten Sie zum Beispiel, dass die Zuhörer mit Ihrem Produkt die Möglichkeit einer höheren Kundenbindung assoziieren, wählen Sie Fotos, die diese Vorstellung hervorrufen. Wer befürchtet, dass das Thema mit einer negativen Assoziationskette behaftet ist, streut Fotos in die Präsentation ein, die eine angenehme Stimmung vermitteln.
Stimmübungen
Die folgenden kurzen Übungen eignen sich für den Start Ihrer Präsentation, für zwischendurch und zur Auflockerung.
Mhmmm - Ja!
Machen Sie vor Ihrer Präsentation eine Aufwärmübung für Ihre Stimme: Intonieren Sie ein kräftiges und zustimmendes »Mhhmmm«. Summen Sie den Ton quer durch die Tonleiter. Üben Sie mit dem Ton die Ausdrucksformen für Zustimmung, Fragen und Feststellungen und für Gefühle wie Freude, Zorn, Aufregung und Begeisterung.
»So ja!« So ja?«
Üben Sie auch mit diesen beiden Sätzen, unterschiedliche Gefühle zum Ausdruck zu bringen. Wie klingen die Sätze, wenn Sie begeistert, fröhlich, verzweifelt oder bestimmend sind?
Gähnen
Gähnen ist ein hervorragendes Training für Ihre Artikulation und Ihren Stimmumfang. Wenn es Ihnen am Anfang schwer fällt, auf Kommando zu gähnen, versuchen Sie Folgendes: Versetzen Sie sich in Gedanken an die Morgenstunden, an denen Sie noch wohlig in Ihrem warmen Bett liegen und in den Tag hineinträumen
Wetten, dass Sie spätestens jetzt ein Müdigkeitsgefühl verspüren und anfangen, herzhaft zu gähnen?
Trockener Mund
Sie haben das Gefühl, kein Wort herausbringen zu können, weil Ihr Mund zu trocken ist? Und kein Glas Wasser in Griffnähe? Dann hilft es, bei geschlossenem Mund die Zunge vorne über die Zähne kreisen zu lassen. Alternativ beißen Sie sich fest - aber nicht zu fest - auf die Zungenspitze. Mit beiden Methoden regen Sie die Speichelproduktion an.
5 Sätze, auf die Sie besser verzichten
1. »Ich freue mich, dass Sie so zahlreich erschienen sind.« Mal abgesehen davon, dass jeder nur einmal erscheinen kann, ist der Satz nur eine zopfige Floskel. Wenn Sie Freude mitteilen wollen, gehen Sie von sich aus: »Ich freue mich, hier zu sein.«
2. »Eigentlich wollte ich Ihnen etwas über die Produktentwicklung erzählen, aber
«. Sagen Sie, was Sie präsentieren und nicht, was Sie weglassen.
3. »Leider kann ich Ihnen heute keine Bilder des neuen Produkts zeigen, weil
« Nur Sie wissen, was Sie vorbereitet haben. Lassen Sie alles weg, was in den Vorwurf münden könnte, Sie seien schlecht vorbereitet.
4. »Die Inhalte auf der Folie sind schlecht lesbar. Deshalb werde ich sie Ihnen kurz erläutern« Um Himmels willen! Sorgen Sie für tip-top-gestaltete, gut strukturierte Folien, auf denen die nicht beschrifteten Flächen überwiegen.
5. »Zu diesem Punkt muss ich ein wenig weiter ausholen. Ich meine, es ist wichtig, Sie auch über die Hintergründe zu informieren.« Bitte keine Rechtfertigungen. Sie haben vielleicht schon beim Lesen bemerkt, wie devot die Sätze klingen. Reden Sie ohne Umschweife: »Die Hintergründe sind
.«
Eigentlich denke ich, geht's auch ohne Füllwörter
Ähnlich strapaziös für die Zuhörer wie Ähm-Laute sind Füllwörter der Marke »eigentlich«, »im Prinzip«, »letztendlich«, »wie gesagt«, »im Endeffekt«.
Sobald Ihre Zuhörer anfangen, Strichlisten darüber führen, wie häufig Sie solche Wörter verwenden, können Sie Ihre Präsentation beenden. Denn nun kapriziert sich das Publikum auf nichts anderes mehr als auf Ihr favorisiertes Füllwort. Doch meistens weiß man gar nicht, welches Füllwort es ist, das man so gern in möglichst jeden Satz einbaut. Füllwörter gehören zu unseren blinden Flecken. Nehmen Sie Ihre Rede daher am besten mit einem Diktiergerät oder einer Videokamera auf. Konzentrieren Sie sich beim Abspielen nur darauf, an welchen Stellen Sie Füllwörter benutzen.
Es gibt Redner, die Füllwörter gern als Abschwächung eigener Thesen und Argumenten einsetzen: »Wir sind sozusagen der einzige Anbieter, der das Projekt mit Ihnen ich will mal sagen erfolgreich durchführen kann.«
Wenn Sie so etwas in Ihrer Rede beobachten, üben Sie, vor allem die Kernaussagen ohne Füllsel über die Lippen zu bringen.
Wer Blickkontakt zu seinen Zuhörern hält, verwendet erfahrungsgemäß weniger Füllwörter, da die Aufmerksamkeit fokussiert ist. Wenn man überlegt und nach Wörtern sucht, geht der Blick oft nach oben in der Hoffnung, dort die nötigen Wörter »pflücken« zu können. Dieser Suchprozess wird angereichert mit »Ähms« oder Füllwörtern. Behalten Sie deshalb auch bei der Suche nach Begriffen Ihr Publikum im Auge. Dann kommen Sie leichter von den Füllseln los.
Die Hände ins Spiel bringen
Eine beliebte Frage zum Thema Gestik ist immer wieder: Wohin mit den Händen? Viele nehmen schon deshalb gern ein Skript mit, weil sie nicht mit leeren Händen dastehen wollen. Beobachten Sie sich selbst, wenn Sie engagiert von etwas reden. Ihre Hände und Arme kommen automatisch mit ins Spiel. Womöglich legen Sie das Stichwortmanuskript dann sogar aus den Händen, weil es Sie in Ihren Bewegungen einschränkt.
Wenn Sie Ihre Hände nicht bewegen, halten Sie sie am besten in Bauchnabelhöhe und legen sie locker zu einer Schale aufeinander. Beobachten Sie das Wechselspiel zwischen Arm- und Handhaltung und Schulterhöhe vor einem Spiegel:
- Hängen die Arme zu beiden Seiten Ihres Körpers, hängen auch die Schultern. Der Körper strahlt wenig Spannung und Energie aus.
- Halten Sie die Hände in Bauchnabelhöhe, sind die Schultern leicht angehoben. Sie wirken entschlossen und dynamisch.
- Nehmen Sie die Hände höher, bis ungefähr unter die Brust. Die Schultern werden hochgezogen, was einen etwas verkrampften Eindruck hinterlässt.
Würze für den Hauptteil
Mit einer famosen Einleitung machen Sie sich sofort nach Beginn der Präsentation zum Star der Bühne. Mit einem merk-würdigen Schluss bleiben Sie in Erinnerung. Aber was passiert dazwischen? Auch zwischen den Argumenten, Statistiken, Auswertungen und Hintergrundinformationen im Hauptteil bedarf es ab und an ein paar Spritzer Würze. Sonst ist die Gefahr zu groß, dass das Publikum Ihren gut ausgearbeiteten Schluss vor Ermattung gar nicht mehr mitbekommt.
Stellen Sie sich den Hauptteil wie eine Wellenbewegung am Meer vor. Jede neue Welle steigert die Aufmerksamkeit. Danach flacht sie ab und nimmt mit einer neuen Welle wieder zu. Dabei ist die Taktung das Entscheidende. Kommen die Wellen, sprich die Argumente, zu schnell hintereinander, ist die Aufnahmefähigkeit der Zuhörer rasch überstrapaziert. Ist aus der Wellenbewegung eher eine Flaute geworden, dämmern die Teilnehmer vor sich hin.
Zählen Sie die Argumente, die für Ihr Anliegen sprechen, nicht lückenlos eines nach dem anderen auf. Die Präsentation plätschert dahin, Ihre Rede wirkt fade und ohne Esprit. Die Zuhörer hoffen auf mehr Brandung. Deshalb genügt es, die stärksten Argumente herauszugreifen und diese detailliert und anschaulich zu schildern.
Abgesehen von Ihren Argumenten ist Spannendes, Aktuelles und Unterhaltsames Würze für Ihren Hauptteil. Die Tagespresse, Fachzeitschriften sowie Wirtschaftsmagazine wie managermagazin und brand eins sind Fundgruben für aktuelle und spannende Begleitgeschichten. Bücher wie Schotts Sammelsurium mit einer Sammlung an trivialem und seriösem Wissen oder Das kleine Kielschwein von Lorenz Schröter mit einer Zusammenstellung rund ums Meer bieten Stoff für amüsante Einblicke.
Tempo, Tempo, Tempo
Schnell auf die Bühne. Die Schleusen der Informationsflut öffnen. Möglichst alles, was man weiß, in 20 Minuten unterbringen.
Wenn das Ihre Motivation ist, dann peitschen Sie Ihr Publikum bitte mit einer rasend schnellen Sprechweise durch die Rede. Tun Sie sich dann aber auch bitte den Gefallen und fragen Sie nie jemanden danach, ob er etwas behalten hat. Denn die Antwort ist vernichtend: Nichts.
Reden ist hörbar gemachtes Denken. Sie kennen den Inhalt Ihrer Präsentation. Ihre Zuhörer nicht. Das Publikum muss sich in das Gesagte erst hineindenken, muss sich Wichtiges merken und Gedanken mit der eigenen Erfahrungswelt in Verbindung bringen. Wer als Präsentator die Sätze atemlos miteinander verbindet, redet seine Zuhörer auf Dauer betrunken. Der Faden reißt, der Zuhörer lässt das Gesagte passiv an sich vorbeirasen.
Eine zu hohe Sprechgeschwindigkeit blockiert Verstehen und Merken - ein böses Eigentor für Ihre Präsentation! Nehmen Sie sich deshalb Zeit für kleine Sprechpausen. Die Zuhörer verwandeln diese Pausen in Denkpausen. Jede kleine Verweildauer zwischen den Sätzen erleichtert es ihnen, das Gehörte zu verarbeiten. Eine Faustregel besagt: "Wenn man sein eigenes Sprechtempo für zu langsam hält, ist es für die Zuhörer genau richtig."
Der letzte Eindruck bleibt
2004. Olympische Spiele in Athen. Die deutschen Synchronspringer Andreas Wells und Tobias Schellenberg gewinnen die Silber-Medaille in der Disziplin Synchronspringen 3-m-Brett. In einem anschließenden Interview stellt sich heraus, dass es im Training der Kunstspringer vor allem um das möglichst spritzfreie Eintauchen ins Wasser geht. Auf die Frage des Moderators, warum gerade auf diesen Teil des Sprungs so viel Wert gelegt werde, antwortet einer der beiden:
Wie wir ins Wasser eintauchen, ist schließlich der letzte Eindruck, der bei den Kampfrichtern hängen bleibt.
Ein Sprung vom 3-m-Brett mit Salto und Schraube dauert nur wenige Sekunden. Selbst in dieser kurzen Zeitspanne entscheidet der letzte Eindruck über Gold, Silber oder Bronze. Auch in Präsentationen können Sie am Ende einer Präsentation noch viel für die A-Note tun. Es ist Ihre letzte Chance, Eindruck zu hinterlassen. Die letzten Worte nimmt der Zuhörer mit. Deshalb ist diese wichtige Sequenz Ihrer Präsentation viel zu kostbar für Banalitäten wie »Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit«.
Überlegen Sie: Welche Botschaft sollen Ihre Zuhörer im Gedächtnis behalten? Was sollen sie nach der Präsentation tun? Was erwarten Sie von Ihrem Publikum? Behalten Sie die Antworten auf diese Fragen nicht für sich. Geben Sie sie an Ihre Zuhörer weiter.
Der Lampenfieber-Countdown
2 Stunden vor der Präsentation:
Verlassen Sie Ihren Arbeitsplatz und drehen Sie eine Runde durch die Gemeinde. Das bringt Sie auf andere Gedanken. Wenn die Präsentation nicht in Ihrem Unternehmen stattfindet, planen Sie genügend Zeit ein. Seien Sie so rechtzeitig am Veranstaltungsort, dass Sie noch kurz Sauerstoff tanken können.
30 Minuten vor der Präsentation:
Denken Sie an eine Situation zurück, in der Sie sehr gut waren. Rufen Sie sich diese Situation in allen Einzelheiten in Erinnerung: Was haben Sie gesehen, gehört, gefühlt? Was hat das positive Gefühl ausgelöst? Was waren Ihre Erfolgsmomente?
Während Sie vorgestellt werden und auf Ihren Auftritt warten:
Hören Sie aufmerksam zu. So bekommen Sie ein gutes Gefühl für die Situation.
Während Ihres Auftritts:
Schauen Sie in die Runde und suchen Sie sich drei freundliche Gesichter aus, zu denen Sie abwechselnd sprechen. Eins links, eins in der Mitte, eins rechts. Diese Verteilung garantiert, dass Sie nicht nur in eine Richtung blicken und einen freundlich gesinnten Teilnehmer fixieren. Beginnen Sie mit Ihrem ersten Satz, den Sie eventuell auswendig gelernt haben. Dann den zweiten. Dann den dritten. Jetzt haben Sie sich frei gesprochen.
Erste Worte
»Der erste Satz ist Versprechen, Duftmarke, Rätsel, Schlaglicht kurz: der Brühwürfel, mit dem die ganze folgende Suppe gekocht wird«, so der Autor Thomas Brussig
»Guten Tag, meine Damen und Herren, ich begrüße Sie herzlich zu der heutigen Präsentation zum Thema Zielgruppendefinition für Prepaid-Karten. Lassen Sie mich zunächst kurz den Ablauf skizzieren. Bevor ich die einzelnen Zielgruppen vorstelle, werde ich auf die Gesetzeslage eingehen. Anschließend komme ich zu den Erwartungen und Bedürfnissen der Zielgruppen. Abschließend stelle ich Ihnen vor, welche Prepaid-Karte zu welcher Kundengruppe passt.«
Eine solche Einleitung hat den gleichen Aufmerksamkeitsfaktor wie die Sicherheitsvorkehrungen, über die das Flugpersonal Sie kurz vor dem Abflug informiert. Oder hören Sie dem Personal begeistert zu? Die meisten Fluggäste lesen entweder Zeitung, schauen aus dem Fenster oder dösen.
Good evening. _
This is your Captain.
We are about to attempt a crash landing.
Laurie Anderson, From the Air
Mit einer solchen Begrüßung sind alle, die eben noch gedöst haben, hellwach. Sie brauchen keinen Absturz anzukündigen, um die Ohren Ihrer Zuhörer zu spitzen. Sie können aber getrost alles aus dem ersten Beispiel weglassen. Die gesamte Begrüßung und Einführung ins Thema ist angestaubte Rhetorik. Auch ein Film beginnt nicht mit dem Abspann, sondern zieht den Zuschauer sofort in die Handlung. Beginnen Sie mit einem verbalen Startschuss und kommen Sie schnell raus aus den Startlöchern. Es gilt, die Antennen Ihrer Zuhörer auf Empfang zu stellen.
Wenn Sie Begrüßung, Thema und Ihren Namen unbedingt erwähnen wollen, vertauschen Sie zumindest die Reihenfolge:
»Ideen jagen -Lösungen finden. Welche Kreativitätstechniken dafür geeignet sind, zeige ich Ihnen in den nächsten 20 Minuten. Guten Tag, meine Damen und Herren. Mein Name ist Gabi Brede.«
»Die Sammlung ist das Herz unseres Museums. Durch sie haben wir internationales Renommee erlangt. Und das steht gefährlich auf der Kippe. Guten Tag meine Damen und Herren.«
Dickköpfigkeit verhindert Wirkung
Wer beim Präsentieren auf eine sachliche und unpersönliche Sprache schwört, rechtfertigt diesen Stil gern mit »Ja, aber
«. Die Fortsetzungen lauten zum Beispiel: »
die Zuhörer wollen keine Weichspülerei«, »
die Zuhörer brauchen Fakten. Wie sollen sie sich sonst entscheiden?« »
wir sind doch hier nicht in einer Werbeveranstaltung!«
In den »Ja, aber -Sätzen wissen die Redner ziemlich genau, was die Zuhörer angeblich wollen und erwarten. Dieses Wissen bedeutet jedoch nichts anderes als »Ich weiß, was ihr zu wollen habt.« Und das wiederum bedeutet, sich auf nichts anderes einlassen zu wollen als auf das, was man als Redner schon im Kopf hat. Das reicht freilich nicht, um in den Zuhörern etwas zu bewegen, um sie zu überzeugen oder zum Handeln aufzufordern.
Es ist nicht genug, sich ein Ziel zu setzen. Man muss auch wissen, wie dieses Ziel zu erreichen ist. Der Satz »Ich will meine Zuhörer überzeugen« ist klasse. Doch wie wollen Sie das schaffen? Mit welchen Mitteln? Eine wichtige Sprosse auf der Leiter zur Zielerreichung ist die Sprache. Eine andere, ebenso wichtige Sprosse ist Ihr Wissen über Ihr Publikum. Je mehr Sie in Erfahrung bringen, was Ihre Zuhörer beschäftigt und interessiert, desto sicherer bewegen Sie sich auf der Zielgeraden.
Konkret werden
»Auch die mittelständische Firma Renkolab hat vor einiger Zeit unser Kundenbindungssystem eingeführt. Der Umsatz ist seither beträchtlich gestiegen.«
Diese Sätze versteht zwar jeder. Doch wird sich wahrscheinlich jeder Zuhörer etwas anderes unter den Informationen vorstellen. Für die einen hat ein mittelständisches Unternehmen die Größe von 200 Mitarbeitern. Andere bezeichnen Unternehmen mit 600 Mitarbeitern als Mittelständler. Der Zeitpunkt »vor einiger Zeit« kann vor einem halben Jahr oder vor 18 Monaten gewesen sein. Und um wie viel der Umsatz gestiegen ist, bleibt auch in der Schwebe.
Füttern Sie Ihre Zuhörer mit Zahlen, unter denen man sich etwas vorstellen kann. »Der Preis für eine Kinokarte ist im letzten Jahr um 10 Prozent gestiegen.« 10 Prozent ist zwar eine konkrete Zahl. Die Zahl ist aber zu abstrakt, als dass die Zuhörer das Schrumpfen ihres Geldbeutels vor Augen haben. »Kinokarten kosten mittlerweile im Durchschnitt 8,50 Euro. Im Vergleich zum letzten Jahr bedeutet das eine Verteuerung um knapp 80 Cent.«
Flächen von 500 und mehr Quadratmetern übersteigen die Vorstellungskraft eines jeden. Bieten Sie einen Vergleich an: »Unsere neue Produktionshalle wird 150 Meter lang sein. Das sind drei 50-Meter-Schwimmbecken.«
Kürzere Zeitintervalle sind plastischer als lange Zeiträume: »Wir produzieren gut 4300 Autos am Tag.« Die Angabe im Sekundentakt ist noch eindrucksvoller: »Alle 20 Sekunden läuft in unserem Werk ein Auto vom Band.«
Mitstreiter gewinnen
Sie ahnen, dass einige Ihrer Zuhörer Ihre Argumentation zerpfücken werden? Dann gilt es, mit einem strategischen Masterplan in die Präsentation zu gehen: Gewinnen Sie zwei bis drei Mitstreiter, die bereit sind, sich für Ihre Ideen unmittelbar nach der Präsentation zu begeistern. Für Ihre Kritiker wird es nun ungemütlich. Sie wissen nun, dass sie mit ihren Einwänden auf eine Front von Befürwortern stoßen. Diese Erkenntnis hat schon so manchen Nörgler dazu bewogen, sich zurückzuhalten.
Sehr wirkungsvoll ist diese Strategie auch, wenn Sie einen Widersacher befürchten, der Sie durch boshaftes Nachfragen bloßzustellen versucht. Überlegen Sie, welche Zuhörer in einem solchen Fall in die Bresche springen können. Vertrauen Sie sich diesen Zuhörern bereits vor der Präsentation an. Deuten Sie an, dass Sie mit Gegenwind von Teilnehmer X rechnen. Sobald der Teilnehmer mit seiner Kritik loslegt, weisen ihn die eingeweihten Zuhörer darauf hin, dieses Randthema doch bitte in der Pause zu erörtern. Es gibt kaum einen Kritiker, der sich jetzt noch traut, Sie mit weiteren Bemerkungen in die Enge zu treiben.
Burn, Baby, burn!
Wer andere überzeugen will, dem wird gern ein Ausspruch von Aurelius Augustinus mit auf den Weg gegeben: "In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst."
Nichts gegen das Zitat. Doch was ist, wenn Sie von Ihrer Führungskraft dazu verdonnert werden, eine Präsentation zu halten? Brennt es in Ihnen? Oder zermatern Sie sich den Kopf, bis Ihnen eine zündende Idee einfällt, wie Sie aus der Nummer wieder herauskommen? Letzteres ist Zeitverschwendung. Denn wahrscheinlich kommen Sie sowieso nicht daran vorbei, die Präsentation zu halten.
Wenn Sie aufgefordert werden, eine Präsentation zu halten, klären Sie was von Ihnen erwartet wird. Stellen Sie keine Vermutungen über die Absichten Ihres Chefs an, sondern fragen Sie konkret nach. Denn sollten Sie die Erwartungshaltung nicht erfüllen, ist die Präsentation aus Sicht Ihrer Führungskraft ins Leere gelaufen.
Handelt es sich um eine externe Präsentation, holen Sie möglichst alle Informationen über frühere Meetings ein, damit die Präsentation nicht aus Wiederholungen besteht. Analysieren Sie die aktuellen Unterlagen: Sind Schwerpunkte erkennbar? Greifen Sie diese in Ihrer Präsentation auf, um sie hervorzuheben und im Gedächtnis Ihrer Zuhörer zu verankern.
Interne Präsentation
Präsentationen im eigenen Unternehmen nichts leichter als das? Nicht unbedingt. Sicher geglaubte Beförderungstermien sind nach einer Präsentation schon auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Deshalb machen Sie sich am besten auch vor einer internen Präsentation Gedanken über die Erwartungshaltung der Mitarbeiter und Kollegen und holen Auskünfte über aktuelle Entwicklungen und Tendenzen ein. Die Kollegen, vor denen Sie präsentieren, sehen Sie jeden Tag. Schon so mancher hat nach einer Präsentation gegen ein Negativ-Image ankämpfen müssen, weil er wegen mangelnder Informationen in einen Fettnapf getreten ist oder sich unnötigerweise als wenig kompetent geoutet hat.
Bei Präsentationen im eigenen Unternehmen spielen natürlich auch Ihre individuellen Ziele eine gewichtige Rolle. Wer präsentiert, ist präsent, wird wahrgenommen, steht im Mittelpunkt. Wenn Sie präsentieren, hört man Ihnen im besten Fall nicht nur zu, sondern man hört auch auf Sie. Nutzen Sie das. Denn in vielen Situationen ob in Meetings oder bei informellen Treffen haben Sie häufig nur wenige Sekunden, um Ihr Anliegen vorzutragen oder eine Argumentationskette aufzubauen.
Füllwörter
Füllwörter gehören zu unseren blinden Flecken. Oft ist es einem gar nicht bewusst, dass man Wörter und Redewendungen wie letztendlich, im Prinzip oder ich will mal sagen gern in möglichst jeden Satz einbaut. In Präsentationen führen Zuhörer häufig Strichlisten darüber, wie oft der Redner solche Wörter verwendet. Der Inhalt ist dann nur noch Nebensache.
Je unvorbereiteter man in eine Rede geht oder zu einer These Stellung bezieht, desto größer ist die Gefahr, die Sätze mit Füllwörtern anzureichern. Eine andere Gefahrenquelle für den eifrigen Gebrauch überflüssiger Wörter ist die Fragerunde nach einer Präsentation. Da man bei den Antworten manchmal improvisieren muss, passiert es schnell, dass man mit zu vielen Füllseln die Antwort verwässert. Häufig geht in solchen Situationen der Blick nach oben in der Hoffnung, dort die nötigen Formulierungen "pflücken" zu können. Behalten Sie auch bei unvorbereiteten Reden und Stellungnahmen die Zuhörer im Blick. Je besser Ihr Blickkontakt ist, desto eher kommen Sie von Füllwörtern los.
Mut zu Purismus
PowerPoint ist schier unerschöpflich: Eine Fülle an bunten Designs, schwindelerregende Animationseffekte, rotierende Übergänge
Oft sagt der Einsatz all dieser Elemente nichts anderes als "He, seht mal, wie gut ich das Programm beherrsche!" Doch will man das als Teilnehmer einer Präsentation wirklich wissen? Möchte man nicht vielmehr erfahren, welchen Nutzen das vorgestellte Projekt oder die präsentierte Idee für einen hat? Die besten Präsentatoren gehen deshalb den geraden Weg und verzichten auf Schnörkeleien und technisches Brimborium. Sie entscheiden sich für einen einfachen, hellen Hintergrund, der höchstmögliche Kontraste bietet, und klare Überschrifts- und Textbereiche. Und sie verzichten auf spektakuläre Animationseffekte. Statt dessen setzen sie weniger aufwändige Effekte gezielt zur Unterstützung des Wesentlichen ein.
Gestalten Sie die Folien Ihrer Präsentation so einfach und übersichtlich wie möglich. Das Publikum wird es Ihnen danken!
Checkliste für die Vorbereitung Ihrer Präsentation
- Definieren Sie die Ziele Ihrer Präsentation: Was wollen Sie erreichen? Was soll das Publikum anschließend tun?
- Versetzen Sie sich in Ihre Zuhörergruppe: Mit welcher Erwartungshaltung geht sie in die Präsentation?
- Welche Interessen müssen berücksichtigt werden? Welche Einwände könnten im Anschluss an die Präsentation erhoben werden?
- Wie sind die Rahmenbedingungen? Steht ein Vorführgerät zur Verfügung? Was müssen Sie eventuell selbst mitbringen?
- Ist die Struktur Ihrer Präsentation verständlich?
- Ist die Gliederung durchdacht? Gibt es eventuell zu viele Einzelpunkte?
- Wird deutlich, was Sie von Ihren Zuhörern erwarten?
- Ist die Einleitung publikumswirksam?
- Können die Zuhörer die neuen Informationen mit Bekanntem in Zusammenhang bringen, sodass sich ihnen der Inhalt der Präsentation besser einprägt?
- Beinhaltet der Schluss eine Zusammenfassung aller wichtigen Aspekte?
- Unterstützen die Materialien das Ziel, das Sie verfolgen? Sind sie abgestimmt auf die Aufnahmekapazität und Interessen der Zuhörer?
- Sind alle Folien auf dem neuesten Stand?
- Sind die Texte gut lesbar, die Grafiken auch von weitem erkennbar?
Mit Blicken Brücken bauen
Der Blickkontakt ist die Brücke zu Ihren Zuhören. Es gibt Redner, die während der einleitenden Worte des Organisators auf den Boden, aus dem Fenster oder über die Köpfe der Zuschauer hinweg einen fixen Punkt anstarren. Ein nach unten gesenkter Blick kann schnell einen verhuschten, eingeschüchterten Eindruck hinterlassen, der Blick über alle hinweg einen arroganten, desinteressierten.
Solange Sie Blickkontakt zu Ihren Zuhörern halten, solange halten Sie auch eine direkte Verbindung zu ihnen. Wenn Ihr Blick abschweift, wandern die Blicke Ihrer Zuhörer mit. Vielleicht kennen Sie das Phänomen, wenn jemand in die Luft guckt und alle anderen impulsiv ihren Blick ebenfalls nach oben richten. Während eines Vortrags kann das Mitgleiten der Blicke allerdings zur Folge haben, dass die Zuhörer noch anderes Interessantes entdecken und sich vom Vortragenden abwenden. Damit ist die Verbindung zum Publikum unterbrochen und die Aufmerksamkeit lässt nach.
Jeder Augenkontakt ist Kommunikation und Verständigung. Ob wir jemanden als glaubwürdig, überzeugend und integer empfinden, hängt eng mit dem Blickkontakt dieser Person zusammen
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Vermeidet jemand Sie anzusehen, werden Sie misstrauisch und gehen auf Distanz. Das ist auch der Grund dafür, warum Zuhörer in den hinteren Reihen häufig die unaufmerksamsten und scheinbar desinteressierten sind. Sie werden zu wenig angesehen und in den Vortrag mit einbezogen. Werfen Sie deshalb ruhig auch mal einen Blick in die Tiefe des Raums und signalisieren Sie den Zuhörern, dass der Vortrag auch für sie gilt.
Einstieg in die Diskussion nach Ihrer Präsentation
Mit den letzten Worten Ihrer Präsentation ist die Veranstaltung meistens noch nicht zu Ende. Denn jetzt kommt die Zeit der Fragen und Diskussionen. Wenn die Zuhörer einander nicht gut kennen oder das Hierarchie-Gefälle groß ist, traut sich oft niemand, die erste Frage zu stellen. Doch nicht immer ist es Schüchternheit, die mögliche Fragen erfolgreich verdrängt. Viel häufiger ist es die Befürchtung, sich mit einer Frage zu blamieren, weil man meint damit zuzugeben, nicht alles verstanden zu haben. Sorgen Sie hier für Lockerheit und eröffnen Sie die Fragerunde mit einer Brücke:
»Bei diesem Thema werde ich oft gefragt
«
Natürlich ist es völlig unerheblich, ob es wirklich eine Frage gibt, die immer wiederkehrt. Hier kommt es darauf an, dem Publikum das Gefühl zu geben, dass es durchaus Fragen gibt. Überlegen Sie mit Hilfe Ihrer Zuhörer-Analyse auch, was das Publikum fragen könnte, sich jedoch nicht zu fragen traut.
Lampenfieber: Alle starren mich an!
Unter Lampenfieber und Nervosität leidet jeder von uns mehr oder weniger stark.Für viele ist es der reinste Alptraum, vor Publikum zu stehen und die vielen Augenpaare zu spüren, die auf einen gerichtet sind. Niemand kann ganz und gar gegen sein Lampenfieber ankämpfen. Deshalb sollte man lernen, damit umzugehen und sich Strategien überlegen, wie sich die Ängste minimieren lassen.
Ein wirksames Mittel gegen Lampenfieber ist eine gute Vorbereitung. Je besser Sie Ihr Thema kennen und je kompetenter Sie sich fühlen, desto sicherer fühlen Sie sich. Dennoch klopft das Herz und die Knie zittern? Verbannen Sie alle pessimistischen Gedanken und bauen Sie bejahende, ermutigende Bilder auf. Schließlich wissen Sie mehr als Ihr Publikum und Ihre Zuhörer sind gespannt auf dieses Wissen. Zugegeben, nicht immer sind die Zuhörer erpicht darauf, an einer Präsentation teilzunehmen. Dennoch kommt niemand als Voyeur, der sich daran ergötzt, wie Sie gegen Ihre Nervosität ankämpfen.
Im Übrigen bemerkt das Publikum das Lampenfieber des Vortragenden häufig gar nicht. Die Wahrnehmungen über Aufregung und innere Unruhe gehen zwischen Publikum und Vortragenden weit auseinander. Vielleicht haben Sie selbst schon mal das Feedback erhalten, sehr ruhig gewirkt zu haben, obwohl Sie glaubten, der ganze Saal höre Ihr Herz pochen.
Was erwarten Ihre Zuhörer eigentlich von der Begrüßung?
Der Blickkontakt ist die Brücke zu Ihren Zuhörern. Schauen Sie deshalb bei der Begrüßung freundlich in die Runde. Die Zuhörer möchten Ihren Namen wissen und eventuell noch, was Sie befähigt, die Präsentation zu halten. Auf weitere Deatils aus Ihrem Leben sollten Sie verzichten. Nennen Sie Ihren Vor- und Zunamen. Wenn das Publikum Sie nicht kennt, schreiben Sie Ihren Namen deutlich und für alle sichtbar auf den Flipchart oder Sie stellen ein Namensschild vor sich. Verzichten Sie auf die Nennung von akademischen Titeln und den mittlerweile überstrapazierten Scherz, sich in James Bond Manier vorzustellen: Brede. Gabi Brede.
Sie haben das Gefühl, gegen eine Mauer der Ablehnung zu sprechen.
Ihre Zuhörer kommen zu spät, sitzen mit demonstrativ "Was-geht-mich-das-an" Körperhaltung auf ihren Stühlen, tuscheln mit ihren Nachbarn und würdigen Sie keines Blickes? Dieses Verhalten muss nicht unbedingt etwas mit Ihnen oder Ihrem Vortragsstil zu tun haben. Es ist ebenso möglich, dass aufgrund von Unternehmensentscheidungen die aktuelle Stimmung der Zuhörer weit unter Null ist. In diesem Fall kann es sogar sein, dass Sie für etwas angegriffen werden, das Sie gar nicht zu vertreten oder zu verantworten haben. Man nimmt Sie weniger in Ihrer Rolle als Präsentator wahr als vielmehr als Blitzableiter für aufgestaute Emotionen.
Wie immer beim Präsentieren so gilt auch in dieser wahrlich nicht erstrebenswerten Situation die Maxime, das Publikum ernst zu nehmen. Flehen Sie deshalb nicht um Aufmerksamkeit mit Bemerkungen wie "Nun hören Sie mir doch bitte zu." oder "Wenn Sie mir nicht zuhören, werden Ihnen die Einsatzmöglichkeiten dieses neuen Produkts entgehen." Wenden Sie sich statt dessen von Ihrem Manuskript ab und dem Publikum zu: "Ich habe den Eindruck, dass Ihnen im Moment ein anderes Thema auf der Seele liegt."
Wahrscheinlich werden Sie die Probleme nicht lösen können. Für das Publikum kann es jedoch sinnvoll sein, sich selbst erst einmal Gehör zu verschaffen, bevor man Ihren Ausführungen lauscht.
Jemand fragt Sie nach etwas, was Sie bereits in Ihrer Präsentation ausführlich erläutert haben.
Entweder hat dieser Zuhörer während Ihrer Präsentation ein Nickerchen gehalten oder er hat Ihre Ausführungen nicht verstanden. In diesem Fall geht es den anderen Teilnehmern vielleicht ähnlich. Die dritte Möglichkeit ist, dass der Teilnehmer abgeschaltet hat, eben weil die Inhalte zu umständlich vorgebracht wurden.
Sagen Sie nicht: "Das habe ich bereits in meiner Präsentation dargelegt." Denn Tatsache ist, dass ein Gliederungspunkt für ein oder sogar mehrere Teilnehmer unklar geblieben ist. Und die Verantwortung, dass Ihr Publikum Sie versteht, liegt bei Ihnen als Präsentator. Versuchen Sie deshalb, den fraglichen Punkt noch einmal und in anderer Weise, zum Beispiel mit einem Bild, zu erläutern.
Skeptische Blicke
Ein Zuhörer fixiert Sie während der Präsentation mit skeptischen bis feindseligen Blicken. Wie reagieren Sie?
1. Ich ignoriere ihn weitestgehend und schaue lieber die an, die eine freudliche Miene zeigen.
2. Seine Blicke verunsichern mich und bringen mich aus dem Takt. Ich frage ihn, ob er Zweifel an meinen Ausführungen hat.
3. Ich schaue ihn ebenso feindselig an.
Zu 1: Richtig, ignorieren Sie den Miesepeter und wenden Sie sich den Teilnehmern zu, die Ihnen freundlich entgegentreten.
Zu 2: Da Sie nicht wissen, ob die skeptischen Blicke ein typisches Markenzeichen des Teilnehmers sind oder ob er tatsächlich Zweifel an Ihren Ausführungen hegt, fragen Sie ihn in einer Pause freundlich, wie er zum Thema steht: "Ich habe den Eindruck, dass das Thema nicht Ihr Interesse findet." Meistens löst sich in einem Gespräch unter vier Augen das Spannungsverhältnis und die Blicke des Teilnehmers werden wohlwollender.
Zu 3: Das kostet Sie nur Energie und Konzentration und geht zu Lasten Ihres Auftritts. Weichen Sie seinen Blicken weitestgehend aus, denn sonst schauen Sie ebenso grimmig in die Runde und verlieren Sympathiepunkte.
Tippfehler auf einer Folie
Ein Zuhörer entdeckt einen Tippfehler auf einer Folie?
Wie reagieren Sie?
1. "Ah, sehr gut erkannt! Ich habe den Fehler eingebaut, um zu testen, ob Sie meine Folien lesen."
2. "Ooops. Vielen Dank für den Hinweis."
3. "Oh, Entschuldigung. Es war schon spät gestern abend."
Zu 1: Diese oberlehrerhafte Antwort veranlasst die Zuhörer, sich auf die Suche nach weiteren Fehlern zu machen.
Zu 2: Sehr gute Antwort. Sie bedanken sich beim Entdecker und fahren mit Ihrer Präsentation fort.
Zu 3: Vorsicht: Wenn es so spät gestern war, sind vielleicht auch andere Dinge nicht korrekt?
Das Mobiltelefon klingelt
Das Mobiltelefon eines Zuhörers klingelt während Ihrer Präsentation. Wie reagieren Sie?
1. Ich rede unbeirrt weiter.
2. Ich verdrehe die Augen und schaue missmutig in die Runde.
3. Ich unterbreche meine Präsentation und schaue den Angerufenen an.
Zu 1: Da die Aufmerksamkeit auch der anderen Zuhörer gestört ist, sollten Sie mit Ihren Ausführungen innehalten den Angerufenen auffordern, hinauszugehen und alle anderen bitten, ihre Handys auszuschalten.
Zu 2: Das bringt Ihnen keine Sympathien.
Zu 3: Schauen Sie den Angerufenen an, damit er den Raum verlässt oder das Gespräch erst gar nicht annimmt. Bitten Sie die Zuhörer im Interesse aller, ihre Mobiltelefone auszuschalten.
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